Warum ist der Bundestag so alt? Unterwegs mit CSU-Politiker Daniel Matulla – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 8

Auf den ersten 40 Listenplätzen der CSU für die diesjährige Bundestagswahl steht kein einziger Mensch unter 30 Jahren. Aber warum eigentlich? Die Generation der Babyboomer dominiert die deutsche Politik. Immer mehr junge Menschen beklagen sich darüber, dass ihre Stimme politisch zu wenig zählt. Wir haben mit fünf aufstrebenden Jungpolitikern darüber gesprochen, was ihre Parteien bei der Nachwuchsförderung besser machen könnten, warum sie sich überhaupt politisch engagieren und wie sie mit Hasskommentaren umgehen.

Schafft er es oder schafft er es nicht? Wir haben den 29-jährigen Daniel Matulla begleitet, als im bayerischen Germering die Listenplätze der CSU für die Bundestagswahl vergeben wurden.

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Warum ist der Bundestag so alt? Zu Besuch bei der SPD-Politikerin Johanna Uekermann – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 7

Die Mitglieder der SPD werden immer älter und dasselbe gilt für die Bundestagsfraktion. Denn die Generation der Babyboomer dominiert die deutsche Politik. Immer mehr junge Menschen beklagen sich darüber, dass ihre Stimme politisch zu wenig zählt. Wir haben mit fünf aufstrebenden Jungpolitikern darüber gesprochen, was ihre Parteien bei der Nachwuchsförderung besser machen könnten, warum sie sich überhaupt politisch engagieren und wie sie mit Hasskommentaren umgehen.

Die Vorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann, hat uns auf dem Sonderparteitag der SPD (aka Schulz-Parteitag) erzählt, warum sie bei dieser Wahl vermutlich wieder nicht ins Parlament kommt:

1. Warum gerade dieses Thema?

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Jobchancen für Flüchtlinge – Was ist los mit dir Deutschland? Folge 6: Ein Lebenslauf für Ajmal

50 Prozent der Flüchtlinge werden innerhalb von fünf Jahren nach ihrer Ankunft Arbeit finden, sagt die Bundesagentur für Arbeit. Aber ist das wirklich realistisch? Und wie soll das praktisch funktionieren?

Ajmal ist 19 und kommt aus Afghanistan. Wir haben ihn getroffen, als wir beim Lebenslauf-Coaching des Startups Social Impact Recruiting waren. Finanziert von Unternehmen und privaten Spenden, arbeitet das Team daran, Flüchtlingen bei der Bewerbung zu helfen und ihnen Jobs zu vermitteln. Was sind die Hindernisse dabei? Und wie könnte man die Situation verbessern?

Das seht ihr in Folge 6 von „Was ist eigentlich los mit dir, Deutschland?“:

Daten und Fakten zum Thema und den Recherchehintergrund lest ihr hier:

1. Warum gerade dieses Thema?

Wie können wir Flüchtlinge so qualifizieren, dass sie bereit sind für den deutschen Arbeitsmarkt – ist das überhaupt schaffbar? Unsere Leser kritisieren zum einen, dass Qualifizierungsprogramme nicht ausreichen und zum anderen, dass sie sich insgesamt nicht kontinuierlich genug informiert fühlen. Für Sofia ein Grund für mögliche Konflikte: Weiterlesen →

Die Abgehängten – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 5: Junge Krebspatientin

Werden junge Krebspatienten in Deutschland ausreichend unterstützt? Wer in seinen Zwanzigern schwer erkrankt, hatte noch keine Möglichkeit, sich eine finanzielle oder berufliche Zukunft aufzubauen. So wie Sarah. Sie ist an Leukämie erkrankt und wurde dadurch mit 26 zur Rentnerin.

Wir haben Abgehängte gesucht und daraufhin hat sich Sarah bei uns gemeldet. Wir sind in das kleine Dorf in Rheinland-Pfalz gefahren, in das sie ziehen musste, weil sie sich die Miete in der Großstadt nicht mehr leisten kann. Und weil sie in der Nähe ihrer Eltern wohnen will, da sie alleine nicht mehr zurechtkommt. Denn Sarah leidet wie viele (ehemalige) Krebspatienten unter dem sogenanntem Fatigue-Syndrom. Das ist ein chronisches Erschöpfungssyndrom, welches dazu führt, dass Betroffene sich nur noch wenige Stunden am Stück konzentrieren können.

1. Warum gerade dieses Thema?

Wir haben zu dem Thema „Die Abgehängten“ zwei Teile gedreht, da dieser Begriff der Abgehängten seit einiger Zeit durch die  Medien- und Politiklandschaft schwirrt, ohne dass klar ist, welche Leute darunter überhaupt zu verstehen sind. Wie wir ganz genau dazu gekommen sind, könnt ihr im Text zu Folge 4 nachlesen. Für die vierte Folge haben wir nämlich Kerstin getroffen, die sich ebenfalls abgehängt fühlt – weil sie psychisch erkrankt ist.

Auf die Idee uns mit jungen Krebspatienten zu beschäftigen, kamen wir durch unsere Userin Frieda. Sie hatte selbst vor ein paar Jahren Krebs und wusste aus eigener Erfahrung, dass es sehr schwierig ist, danach auf dem Arbeitsmarkt zurechtzukommen. Weiterlesen →

Die Abgehängten – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 4: Psychische Erkrankungen

Durch die Medien kreisen seit einiger Zeit die sogenannten Abgehängten. Eine ominöse Gruppe von unzufriedenen Leuten, die sich von der Gesellschaft angeblich nicht akzeptiert fühlt. Wir haben uns auf die Suche nach den tatsächlichen Abgehängten gemacht – und sie nach ihrer Meinung zur politischen Situation in Deutschland gefragt. Gefunden haben wir unter anderem Kerstin. Sie hat eine Posttraumatische Belastungsstörung und uns erzählt, warum sie sich von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlt und wie sie der Kampf mit den Behörden zermürbt.

Kerstin ist 26, hat eine psychische Erkrakung und schon in so vielen verschiedenen Jugendeinrichtungen gewohnt, dass sie sie kaum noch zählen kann. Auch der Einstieg in den Job ist für sie schwieriger als für andere. Kerstin will zeigen, wie das eigentlich ist, wenn du jung bist, große Probleme hast und von einer Behörde zur nächsten geschoben wirst. Sie wünscht sich, dass in Deutschland mehr für Kinder aus schwierigen Familien getan wird. Kinder wie sie früher eines war.

Hintergrund zur Recherche

1. Warum gerade dieses Thema?

Als wir nach Themenvorschlägen für unsere Recherche „Was ist eigentlich los mit dir, Deutschland?“ gefragt haben, schrieb uns User Sven Folgendes: Weiterlesen →

Die Obdachlosen – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 3: Unterwegs mit dem Berliner Kältebus

In Deutschland muss doch wirklich niemand auf der Straße leben! Oder vielleicht doch? Für den dritten Teil unserer Recherche „Was ist eigentlich los mit dir, Deutschland?“ sind wir eine Nacht lang mit dem Berliner Kältebus mitgefahren. Neben diesem Film ist dabei auch ein längerer Text entstanden, in dem wir uns mit der Frage auseinandersetzen, warum es in Deutschland überhaupt immer mehr Obdachlose gibt.

1. Warum gerade dieses Thema?

Wir haben von euch häufiger Fragen und Anregungen zum Thema Obdachlosigkeit bekommen. Weiterlesen →

Warum gibt es in Deutschland mehr Obdachlose als früher?

„In Deutschland muss doch wirklich niemand auf der Straße leben!“ Oder vielleicht doch? Unterwegs mit Obdachlosen in Berlin und bei verschiedenen Anlaufstellen für Menschen, die auf der Straße leben, haben wir nach Antworten auf eure Fragen zum Thema Obdachlosigkeit gesucht.

Unterwegs mit dem Kältebus

Unterwegs mit dem Kältebus

Immer mehr Menschen leben auf der Straße: Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe schätzt, dass die Zahl der Obdachlosen in Deutschland in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist. Alleine zwischen 2012 und 2014 soll es einen Anstieg von 50 Prozent gegeben haben. Für 2016 werden noch höhere Zahlen erwartet.

Was sind die Gründe für die Obdachlosigkeit? Warum kommen viele von ihnen nicht in Notunterkünften unter und was könnte der Staat besser machen? Wir waren eine Nacht lang mit einem Kältebus der Berliner Stadtmission unterwegs und haben deutschlandweit bei verschiedenen Anlaufstellen Informationen zu dem Thema gesammelt und natürlich auch eure vorher eingesandten Fragen dazu beantwortet. Daraus ist auch ein Film für unsere Reihe „Was ist eigentlich los mit dir, Deutschland?“ entstanden.

Wieso landen überhaupt Menschen auf der Straße?

Natürlich hat jeder Obdachlose seine eigene Geschichte. Es gibt aber bestimmte Faktoren, die häufig eine Rolle spielen. Wir haben während unserer Recherchereise mehrmals den Satz gehört „In Deutschland geht es uns sehr gut und auf der Straße schlafen muss hier doch wirklich niemand!“ Aber so einfach ist das nicht. Weiterlesen →

Mein Weltbild, Dein Weltbild – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 2: Die schweigende Mehrheit

Warum ist die Diskussionskultur im Netz so furchtbar? Und was hat das mit Politik zu tun? Für den zweiten Teil zum Thema „Mein Weltbild – Dein Weltbild“ haben wir fremde Menschen davon überzeugt, uns ihren Facebook-Stream zu zeigen und uns offen davon zu berichten, wieso sie sich an politischen Diskussionen nicht (mehr) beteiligen.

Der Ton in Deutschland ist an vielen Ecken rau und fast unerträglich laut geworden, an anderen verstummt. Wir würden ihn gerne neu justieren. Mittlere Lautstärke, nicht übersteuert. Und auch die mitreden lassen, die sich sonst nicht mehr zu Wort melden, die aus dem öffentlichen Diskurs einfach rausgeflogen sind wie aus einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Weil die Redundanz sie ermüdet. Weil sie keine Lust haben, für ihre Meinung beleidigt zu werden. In unserer Politik-Recherche „Was ist los mit dir Deutschland?“ wollen wir deshalb etwas versuchen, was in der Theorie ganz einfach ist, in der Praxis aber oft nicht funktioniert: Miteinander sprechen. In der zweiten Folge haben wir genau das probiert – und zwar mit Leuten, die sich im Internet normalerweise nicht (mehr) zu Wort melden. Wir haben sie im Saarland und in Duisburg gefunden.

 

Hintergrund zur Recherche

1. Warum gerade dieses Thema?

Anlass nach der schweigenden Mehrheit zu suchen, war Weiterlesen →

Mein Weltbild, Dein Weltbild – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 1: Merkel-muss-weg-Demo

„Wie kann man so blöd sein? Ich verstehe diese Menschen nicht! Mit denen kann man auch gar nicht reden!“ Viele von euch haben uns geschrieben, dass sie es verlernt haben, mit Andersdenkenden zu diskutieren. Sie können nicht nachvollziehen, wie man eine andere Sicht auf die Dinge haben kann: Auf die Flüchtlingspolitik. Auf die AfD. Auf Ostdeutschland. Auf den Islam. In unserer Politik-Recherche „Was ist los mit dir Deutschland?“ wollen wir deshalb etwas versuchen, was in der Theorie ganz einfach ist, in der Praxis aber oft nicht funktioniert: Miteinander sprechen. In der ersten Folge haben wir genau das versucht – und zwar auf einer Merkel-muss-weg-Demo in Berlin.

Wie tauscht man sich mit Leuten aus, die eine ganz andere politische Meinung haben als man selbst? Und warum sind manche Menschen in Deutschland so wütend, dass sie auf „Merkel muss weg“-Demos gehen? Für Folge 1 „Mein Weltbild – Dein Weltbild“ sind wir nach Berlin gefahren. Wir wollten wissen: Wie informieren sich die Leute auf der Demo über Politik? Was macht sie so wütend? Wie hat sich ihre Haltung in den vergangenen Jahren verändert? Und wie reagiert ihr Freundeskreis darauf?

Hintergrund zur Recherche

1. Warum gerade dieses Thema?

Als wir euch nach Themen für unsere politische Recherche gefragt haben, Weiterlesen →

Was ist los mit dir, Deutschland?

Dieses Land hat sich verändert. Im Herbst 2015 kamen wir von einer mehrmonatigen Recherche aus dem Ausland zurück. Natürlich hatten wir online verfolgt, wie am Münchner Hauptbahnhof Flüchtlinge mit Klatschen und Teddybären begrüßt wurden, wie die AfD stärker wurde und wie die alten Parteien darauf irgendwo zwischen unbeholfen und kämpferisch reagierten. Trotzdem überraschte uns die politische Wut und die Wucht, mit der diese Wut auftrat, als wir zurück in Deutschland waren. Wir fanden ein zerrissenes Land vor, ein Land, in dem der Ton deutlich rauer geworden ist. Freunde erzählten uns, dass sie mit ihrer Familie aus Angst vor Streit nicht mehr über Politik sprechen.
Man kann die AfD belächeln, direkte Demokratie verteufeln, die immer ätzender werdende Diskussionskultur in sozialen Netzwerken ignorieren und es sich im „Uns geht’s doch hier echt gut – Modus“ in seiner eigenen Filterblase bequem machen. Oder man setzt sich ernsthaft damit auseinander, was eigentlich hinter den benannten Phänomenen steckt, wo die in vielen Ecken des Landes spürbare Unzufriedenheit herkommt und was dagegen getan werden kann.

Genau das haben wir versucht.

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Warum ist der Bundestag so alt? – Was ist los mit dir, Deutschland? Folge 7,8,9,10,11

Immer mehr junge Menschen beklagen sich darüber, dass ihre Stimme politisch zu wenig zählt. Wir haben fünf aufstrebende Jungpolitiker begleitet und mit ihnen darüber gesprochen, was ihre Parteien bei der Nachwuchsförderung besser machen könnten, warum sie sich überhaupt politisch engagieren und wie sie mit Hasskommentaren umgehen. Wir haben zu diesem Thema auch Politikberater und Parteienforscher befragt und die Gründe, warum der Bundestag so alt ist, in einem eigenen Text zusammengefasst.

Die Vorsitzende der Jusos, Johanna Uekermann, hat uns auf dem Sonderparteitag der SPD (aka Schulz-Parteitag) erzählt, warum sie bei dieser Wahl vermutlich wieder nicht ins Parlament kommt.

Daniel Matulla haben wir begleitet, als im bayerischen Germering die Listenplätze der CSU für die Bundestagswahl vergeben wurden.

Mit Jenna Behrends, bekannt geworden durch einen offenen Brief an ihre Partei, die CDU, haben wir darüber gesprochen, warum es für junge Frauen  in der Politik besonders schwierig ist.

Marius Brey kandidiert für DIE LINKE mitten im bayerischen Wald – allerdings ohne Chance, in den Bundestag zu kommen.

Nina Eisenhardt hat uns geschrieben, dass sie sauer ist auf ihre Partei, die GRÜNEN. Wir haben sie in Frankurt getroffen und gefragt, warum.

1. Warum gerade dieses Thema?

Das Durchschnittsalter im deutschen Bundestag war zu Beginn (!) der momentanen Legislaturperiode 49,7 Jahre (Quelle: Statistik des Bundestags), das heißt der Durchschnittsabgeordnete müsste mittlerweile bald seinen 53,7. Geburtstag feiern. Auch im Vergleich zu früheren Legislaturperioden sieht man: Der Bundestag wird immer älter. Userin Petra fragt sich deshalb:

„Warum engagieren sich vor allem jüngere und Frauen so wenig in der Politik?“

Wieso schaffen es nur so wenige Menschen in den Bundestag? Welche jungen Menschen haben überhaupt noch die Muße, sich politisch einzubringen? Was ist ihre Motivation? Was sagen Politiker dazu: Was glauben sie, warum gerade Junge und Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind und wie könnte man das ändern? Wir wollten außerdem wissen, was die Jungen anders machen würden als die Alten. Die Generation der Babyboomer bekleidet durch ihre bloße Masse schon so viele Positionen, dass es als junger Mensch manchmal aussichtslos erscheint, selbst etwas ändern zu können. Aber stimmt das?

Caro hat uns geschrieben und sich gewünscht, dass wir Politiker von jeder Partei außerhalb einer normalen Bundestag-Sitzungswoche begleiten und die Unterschiede zwischen den Parteien herausarbeiten:

„Was bedeutet so ein Mandat und welche Verpflichtungen hat ein Politiker der Linken im Gegensatz zu einem CSUler?“

Wir haben daraufhin einen offenen Aufruf gestartet, um junge Politiker aus verschiedenen Parteien zu finden:

2. Welche Schwierigkeiten traten bei der Recherche auf?

Nach unserem Video-Aufruf hatten wir sehr viele Rückmeldungen von jungen Politiker – allerdings vor allem von Parteien aus dem linken Parteienspektrum.

Bei diesem Thema haben wir ausnahmsweise Altersdiskriminierung betrieben: Wir wollten nur mit Politikern unter 30 sprechen, weil diese Altersgruppe im Bundestag absolut unterrepräsentiert ist. Von 630 Abgeordneten sind nur drei jünger als 30 Jahre. Im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (14 Prozent der Deutschen sind zwischen 18 und 30 Jahre) hat diese Gruppe also kaum politische Macht:

Wir mussten natürlich auch entscheiden, mit welchen Parteien wir (vor der Kamera) sprechen. Da es nicht möglich ist, vorherzusagen, wer nach der Bundestagswahl im Herbst im Bundestag sitzt, haben wir uns auf die Parteien konzentriert, die dort momentan vertreten sind.

Denn ob Linke, SPD, CDU, CSU oder Grüne: Ein Nachwuchsproblem haben sie alle. Sogar die einst so junge Fraktion der Grünen ist rapide gealtert.

Jusos Johanna Uekermann

3. Was haben wir gelernt?

So viel, dass wir gerade dabei sind, dazu einen langen Text geschrieben haben – wir haben nämlich für den Hintergrund nicht nur mit sehr vielen jungen Politikern, sondern auch mit Politikwissenschaftlern und Politikberatern gesprochen.

4. Was hätten wir besser machen können?

Bestimmt ganz viel. Schreibt uns eure Meinung einfach in die Kommentare oder auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid. Wir freuen uns über Kritik, Lob und Fragen zur Recherche. Besonders freuen wir uns über Leute, die uns auf Youtube abonnieren.

Jung und politisch engagiert?

Das Durchschnittsalter im deutschen Bundestag war zu Beginn (!) der momentanen Legislaturperiode 49,7 Jahre (Quelle: Statistik des Bundestags). Unsere Abgeordneten werden also immer älter.
Welche jungen Menschen haben da überhaupt noch die Muße, sich politisch einzubringen? Was ist ihre Motivation? Was glauben sie, warum gerade Junge und Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind und wie könnte man das ändern? Wir wollen sie außerdem fragen: Was würdet ihr anders machen als die Alten? Die Generation der Babyboomer bekleidet durch ihre bloße Masse schon so viele Positionen, dass es als junger Mensch manchmal aussichtslos erscheint, selbst etwas ändern zu können. Aber stimmt das?

Wenn du zufällig ein junger Politiker bist oder welche kennst, die keine Angst vor Journalisten mit Kamera haben: Schreib uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer du im Netz Zuhause bist.

Recherche-Update 2 „Was ist los mit dir, Deutschland?“

Es wird Zeit für ein weiteres Recherche-Update. Sieben von zehn Themen unserer „Was ist los mit dir, Deutschland?“-Tour haben wir nun fertig gedreht.

Wen habt ihr in den vergangenen Wochen getroffen?

Kerstin

Zuerst waren wir wie angekündigt zu Besuch in einer Intensivgruppe für Jugendliche. Wir haben uns einen Tag im Leben von Kerstin angeschaut. Kerstin ist 26 und hat schon in so vielen verschiedenen Jugendeinrichtungen gewohnt, dass sie sie kaum noch zählen kann. Weiterlesen →

Deutschland, deine Waffen

Im Moment sind wir für euch auf Waffenrecherche unterwegs.

Denn die Rüstungsexporte der Bundesrepublik Deutschland haben sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (Quelle: Rüstungsexportbericht des Bundeswirtschaftsministeriums). Es wurden Genehmigungen für die Ausfuhr von Waffen und Waffenzubehör in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt (2014: 3,97 Mrd). Dabei ist die SPD alias Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ursprünglich mit dem Versprechen angetreten, die Rüstungsexporte zu senken. Wieso ist das bislang nicht gelungen? Ist es tatsächlich so schwer, weniger Waffen zu exportieren und wenn ja, warum?

Ihr wollt, dass wir uns mit deutschen Waffenexporten beschäftigen und für euch herausfinden, sie regelt, wer darüber entscheidet, wer sie kritisiert. Habt ihr zu diesem Thema Fragen oder weitere Ideen, dann schreibt uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid.

Fakenews auf Facebook: Was denkt ihr darüber?

Der Kampf um die politische Deutungshoheit in den Sozialen Medien geht weiter. Einige von euch haben es bestimmt mitbekommen: Das Recherchenetzwerk Correctiv soll künftig sogenannte Fakenews auf Facebook überprüfen. Fakenews sind im weitesten Sinne Nachrichten, die nicht stimmen. Eine allgemeingebräuchlich Definition gibt es nicht – nur einer der Knackpunkte bei dieser Debatte. Wie die Überprüfung ungefähr ablaufen soll, steht in diesem ZEIT ONLINE-Artikel.

Hintergrund dieser Maßnahme ist unter anderem, dass die Bundesregierung seit längerer Zeit Druck gegenüber Facebook ausübt, da sie verhindern will, dass im Wahlkampf „falsche Nachrichten“ verbreitet werden. Wir fragen uns, ob das Ganze eine gute Idee ist:

Was meint ihr? Seht ihr Facebook als journalistisches Medium an? Sollten Journalisten überhaupt mit Facebook zusammenarbeiten? Und inwieweit sollte/darf sich der Staat überhaupt in Berichterstattung einmischen? Was fällt für euch unter den Begriff Fakenews – falls ihr diese Bezeichnung für sinnvoll haltet?

Falls sich interessante Antworten ergeben, werden wir daraus einen Artikel mit euren Einschätzungen veröffentlichen. Wer anonym bleiben will, kann sich auch unter info@crowdspondent.de bei uns melden. An dieser Stelle auch Danke an alle, die sich bei unserer letzten Fragerunde zum Thema „Wie sollten Journalisten eurer Meinung nach über Terroranschläge berichten?“ beteiligt haben – wir sind gerade dabei, eure Antworten auszuwerten und in einem Text zusammenzufassen.

Politische Utopie

Das neue Jahr fängt genauso beschissen an, wie das letzte aufgehört hat? Hört auf zu jammern! Wir suchen Leute, die eine politische Utopie (gestartet) haben!

Wer lebt eine politische Utopie? Gibt es überhaupt noch Alternativen zum jetzigen Wirtschaftssystem? Wo funktionieren im Kleinen andere Systeme? Und: Was können wir daraus mitnehmen? Wo engagieren sich Menschen abseits von politischen Parteien für eine andere Gesellschaft und was kann die große Politik von ihnen lernen? Menschenrechtler, Philosophen, Utopisten! Wer stellt noch die ganz großen Fragen?

Wer Visionen hat, sollte zu uns gehen

Wenn ihr eine Utopie habt oder Leute kennt, deren Utopie wir mal einen Tag lang leben sollen: Schreibt uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid.

Nutzt all eure Seifenblasenkräfte, um unseren Aufruf zu verbreiten! (Und ja, wir haben dieses Video an einem wunderschönen Sommertag vorgedreht – sonst würden wir jetzt krank im Bett liegen … )

Berlin, Weihnachtsmarkt: Wie sagen, was ist?

Der Journalist soll sagen, was ist. Das forderte der Verleger Rudolf Augstein. Was aber, wenn etwas ist, der Journalist aber nicht genau weiß, was?

In Berlin wurden mit einem LKW auf einem Weihnachtsmarkt 12 Menschen getötet und online hauen sich viele Leute verbal die Köpfe zu diesem Thema ein. Wie sollen Journalisten sich in solchen Extremsituationen verhalten? Verstummen, bis klar ist, was genau passiert ist? So handhaben das einige Medienseiten, sie sind vorsichtig geworden, auch weil sie in der Vergangenheit viel Kritik gehört haben. Das bedeutet aber auch: Sie lassen ihr Publikum alleine und überlassen es damit im Zweifel schlechter informierten Quellen. Mit einem Handy in der Hand zum Tatort rennen und einen Live-Stream starten, um zu zeigen, was vor Ort passiert? Das bringt viele Klicks, aber mindestens genauso viel Ärger, denn die Gefahr, dass man dabei Polizeiarbeit behindert, Tätern versehentlich hilft oder verstorbene oder verletzte Menschen gegen ihren Willen ablichtet, ist groß. Das Wenige, was man weiß, veröffentlichen und dazu schreiben, was man nicht weiß? Auch das tun einige Portale – oft stellt sich dann aber heraus, dass das, was die Redaktion/die Polizei/die Politik „wusste“ dann doch nicht komplett gestimmt hat – denn die Informationslage kann sich ständig ändern. Das Geschehen auf einer Meta-Ebene einordnen, ohne dass man genau formulieren kann, worauf man sich überhaupt bezieht? Auch diesen Spagat probieren gerade einige Kollegen.

Wie berichten Journalisten angemessen bei Katastrophen, Anschlägen, Amokläufen? Das fragen sich gerade viele Journalisten – auch wir. Im Gegensatz zu Kollegen am Newsdesk, die unter Zeit- und Kostendruck stehen, haben wir die Möglichkeit, euch zu fragen: Wie wünscht ihr euch Journalismus in Krisensituationen? Was sind Positiv-Beispiele und was schreckt euch ab? Welche Stimmen wollt ihr kurz-/mittel-/ und langfristig gerne hören? Oder ist euch die Berichterstattung sowieso schon zu viel? Falls wir genug interessante Antworten zusammenkriegen, werden wir daraus einen Artikel schreiben, der uns und Kollegen helfen kann, einen besseren Job zu machen. Denn wir beschäftigen uns im Rahmen unserer Recherche „Was ist los mit dir, Deutschland?“ unter anderem damit, wie (Politik-)Journalismus heute funktionieren sollte.

Die Abgehängten

Die ersten Drehtage zu den Themen „Weltbild gesucht“ und „Wie haben sich deutsche Städte verändert?“ liegen hinter uns (Recherche-Update dazu folgt). Jetzt starten wir in das nächste Thema:

Wie geht es eigentlich denjenigen, die statt dem Wachstum zu huldigen, eher das Gefühl haben, zu schrumpfen und sich immer kleiner zu fühlen? Den Menschen, die keine Lobby haben und deren Stimmen nicht so stark wahrgenommen werden, wie die von anderen Interessengruppen, weil sie aus psychischen oder physischen Gründen nicht so leistungsstark sind? Hat der (politische) Stimmungswechsel in Deutschland auch damit zu tun, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen von Politik und Medien zu lange vernachlässigt wurden?

Über Rentner mit Alterskrankheiten kann man jeden Tag etwas in der Zeitung oder im Fernsehen sehen. Wie aber sind die Bedingungen in Deutschland für junge Leute, die aus gesundheitlichen Gründen kurzzeitig aus dem Arbeitssystem geflogen sind? Wie helfen zum Beispiel Intensivgruppen bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung und warum dauert es oft so lange, bis Betroffene Hilfe bekommen? “Verarmung als Megatrend” nennt einer unserer User die Probleme der unteren Einkommensschichten. Gibt es diesen Megatrend wirklich und wie und wo äußert er sich konkret? Würde ein Bedingungsloses Grundeinkommen helfen oder schafft das neue Probleme?

Wenn ihr euch abgehängt fühlt oder Leute kennt, mit denen wir unbedingt sprechen sollen: Schreibt uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid.

Weltbild gesucht!

„Wie kann man so blöd sein? Ich verstehe diese Menschen nicht! Mit denen kann man auch gar nicht reden!“ Viele von euch haben uns geschrieben, dass sie es verlernt haben, mit Andersdenkenden zu diskutieren. Sie können nicht nachvollziehen, wie man eine andere Sicht auf die Dinge haben kann: Auf die Flüchtlingspolitik. Auf die AfD. Auf Ostdeutschland. Auf den Islam. In unserer Politik-Recherche „Was ist los mit dir Deutschland?“ wollen wir deshalb etwas versuchen, was in der Theorie ganz einfach ist, in der Praxis aber oft nicht funktioniert: Miteinander sprechen. Denn wir alle bewegen uns in unterschiedlichen Filterblasen, wir kriegen durch soziale Netzwerke einen vorgefilterten Blick auf die Welt und auf die Politik. Deshalb suchen wir jetzt zwei Menschen mit sehr unterschiedlicher Sicht auf Deutschland und die deutsche Politik, die uns für einen Tag mitnehmen in ihre Filterblase, also in ihre digitale Welt:

Freiwillige bitte melden! Entweder per Mail an info(at)crowdspondent.de, per Facebook-Nachricht oder in den Kommentaren auf dieser Seite.

Dieser Aufruf ist Teil unserer Recherche „Was ist los mit dir, Deutschland?“ in der wir uns damit beschäftigen, wieso sich dieses Land gerade so drastisch verändert. Wir werden zehn Videos zu zehn verschiedenen Themen produzieren. Für die Umsetzung haben wir mehr als 11 000 Euro in einer Crowdfunding-Kampagne gesammelt.

Waffen, Weltbildwechsel, Wirtschaft: Euer Politik-Journalismus

Von der Bildungspolitik bis zu deutschen Erdogan-Fans: Hier kommen eure Politik-Themen! Wir sind ab Mitte Oktober für euch als politische Reporterinnen unterwegs. Und wie immer recherchieren wir das, was ihr wollt. Ihr habt uns viele Emails, Pinnwandeinträge und Nachrichten geschickt und in zwei Live-Redaktionskonferenzen haben wir eure Ideen diskutiert. Jetzt haben wir aus euren Vorschlägen eine vorläufige Themenliste gebastelt. Daraus sollen dann unsere zehn politischen Videos entstehen! Was meint ihr zu den Themen? Fallen euch konkrete Ansprechpartner ein? In welche Orte sollen wir dafür reisen?

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1) Mein Weltbild, dein Weltbild

Viele von euch wünschen sich, wieder mehr und besser mit anderen Leuten zu diskutieren und aus der eigenen Weltsicht auszubrechen. Wie sieht die Welt aus, wenn man seinen Facebook-Algorithmus verlässt? Was sehen andere, was wir nicht sehen? Und warum werden die Leute im Netz immer wütender? In einem Aufruf werden wir versuchen, zwei Menschen mit sehr unterschiedlicher Sicht auf Deutschland und die deutsche Politik zu finden, die uns für einen Tag mitnehmen in ihre Filterblase, also in ihre digitale Welt. Die uns zeigen, warum sie politische Botschaften hinterlassen und was umgekehrt bei ihnen ankommt. Denn was wir in unsere Streams gespült bekommen, bestimmt unseren Blick auf die Welt. Wir wollen herausfinden: Wieso interpretieren zwei Menschen im selben Land mit denselben technischen Möglichkeiten dieselben Ereignisse so unterschiedlich? Auf welcher Basis können und müssen wir uns mit Andersdenkenden auseinandersetzen?

2) Deutschland, deine Waffen

Die Rüstungsexporte der Bundesrepublik Deutschland haben sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (Quelle: Rüstungsexportbericht des Bundeswirtschaftsministeriums). Es wurden Genehmigungen für die Ausfuhr von Waffen und Waffenzubehör in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt (2014: 3,97 Mrd). Dabei ist die SPD alias Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ursprünglich mit dem Versprechen angetreten, die Rüstungsexporte zu senken. Wieso ist das bislang nicht gelungen? Ist es tatsächlich so schwer, weniger Waffen zu exportieren und wenn ja, warum? Weiterlesen →

Politische Diskussionskultur: Lasst uns streiten!

Warum ist die Diskussionskultur im Netz so furchtbar? Und was hat das mit Politik zu tun? Wir besprechen Antwortversuche und weiterführende Fragen. Denn auf Facebook rumnölen und über „die da oben“ oder „die doofen Wähler“ schimpfen, kann jeder. Was wir mit euch in den nächsten Monaten vorhaben ist viel anstrengender: Streiten. Aber gepflegt.

 

Streiten. Aber gepflegt!

Lasst uns streiten! (Bild stammt ursprünglich vom Capoeira bei einer Recherche in Brasilien)

Wann hat es eigentlich angefangen, dass sich unsere Facebook-Freunde gegenseitig anpöbeln? War es, als immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kamen? Oder erst als PEGIDA dagegen auf die Straße zog? Oder hat es vielleicht mit ganz anderen Dingen zu tun?

Wir sind Journalistinnen und damit traditionell daran gewöhnt, beschimpft zu werden. Früher lief das per Leserbrief, heute als Kommentar. Das ist also nicht neu. Neu ist vielmehr, dass Leser und Zuschauer sich heute gegenseitig beschimpfen und zwar vor allem, wenn es um politische Themen geht und am liebsten in Kommentarsträngen zu Postings, von denen sie nur die Überschrift gelesen haben. Doch wie sollen wir und ihr uns in dieser aggressiven Flüchtigkeit eine Meinung für die Bundestagswahl im nächsten Jahr bilden? Wie sollen wir wichtige Sachfragen besprechen, wenn uns die feindseligen Alltäglichkeiten dazwischenfunken? Weiterlesen →

„Geile Gesetze bekommt niemand mit“

Warum ist die AFD im Netz so erfolgreich? Wie hat die Digitalisierung die Politik verändert? Vor welchen Problemen steht der Politikjournalismus? Und was ist eigentlich mit der SPD passiert? Wir haben den Politikberater Martin Fuchs ausgefragt, drei Tage bevor unser politisches Crowdfunding auf Startnext endet. 

Martin Fuchs berät Regierungen, Parlamente, Parteien und Verwaltungen in digitaler Kommunikation. Außerdem bloggt er seit 2011 über Social Media in Politik und Verwaltung unter www.hamburger-wahlbeobachter.de.

Martin Fuchs berät Regierungen, Parlamente, Parteien und Verwaltungen in digitaler Kommunikation. Außerdem bloggt er seit 2011 über Social Media in Politik und Verwaltung unter www.hamburger-wahlbeobachter.de. Wir haben ihn vor drei Jahren auf einem Medienseminar über politische Protestbewegeungen kennen gelernt.

Du nennst dich ja Hamburger Wahlbeobachter, bist aber nicht nur während Wahlen aktiv. Was beobachtest du denn zwischen den Wahlen?

Ehrlich gesagt beobachte ich inzwischen gar nicht mehr so gerne Wahlen, weil der Ablauf immer ziemlich ähnlich ist. Spannender ist es, zu beobachten, wie Politiker zwischen den Wahlen versuchen in kontinuierlichen Kontakt zu den Bürgern zu kommen. Zum Beispiel per Facebook, Twitter und Snapchat. Ich würde sagen seit ca. zwei Jahren haben wir eine komplette Social Medialisierung der Politik.

Und wie schlagen sich die Politiker da so? Weiterlesen →