Catcontent, Demo und Klo – Unsere ersten Tage in Japan

Lichter

Unsere ersten beiden Tage in Tokio sind rum! Die von euch finanzierte Crowdspondent-Tour 2015 hat also offiziell begonnen. Die vergangenen 48 Stunden haben wir mit dem Kennenlernen der japanischen Toiletten, dem Ausfragen diverser Menschen und dem Besuch bei einer kleinen Demonstration gegen die Regierung verbracht. Die Demo fand statt, weil die japanische Regierung gerade dabei ist, ein umstrittenes Gesetz einzuführen: Sie will Auslandseinsätze ermöglichen, obwohl die laut Artikel 9 der japanischen Verfassung verboten sind. In der gängigen Interpretation verzichtet das japanische Volk darin für alle Zeit auf Krieg und die Androhung oder Ausübung von Gewalt gegenüber anderen Ländern. Seit dem 2. Weltkrieg hat Japan keine Soldaten mehr zu Kampfeinsätzen ins Ausland geschickt. Das könnte bald vorbei sein. Details zu den Hintergründen folgen noch.

Während wir in Ruhe eure Themenvorschläge durchgehen und uns hier ein wenig einleben, könnte ihr euch ja mal unsere ersten Eindrücke von Japan anschauen:

Demonstranten1

Die 9 auf dem Schild bezieht sich auf den 9. Artikel der japanischen Verfassung.

Demonstrantin2

Demonstriert für den Frieden mit Katzenplakat

Pikachu_LKW

Tokio bei Nacht.

Klo1

Japanische Toiletten. Es ist kompliziert …

 

Wir werden vermutlich noch etwa eine Woche in Tokio bleiben, bevor es in andere japanische Orte geht. Also wenn es hier noch Menschen und Themen gibt, die ihr spannend findet, bitte melden. Wir basteln gerade noch an einer großen Themenliste, damit ihr sehen könnt, welche Ideen bisher von euch kamen und uns Feedback dazu geben könnt.

Danach werden wir weiter durch das Land reisen. Aber wohin? Das entscheidet ihr! Also meldet euch per Facebook, Twitter, Instagram, Mail oder hier in den Kommentaren.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die Zeit ging ja flott rum, funding vorbei…ihr seid schon da xD
    Toiletten mit Stromanschluss werden in unseren Landen wohl noch lange ein Kuriosum bleiben und für Schmunzler sorgen 😉
    Was mich interessieren würde, sind die Strategien der großen Konzerne die wir alle kennen, die in Japan z.T. gänzlich andere Strategien fahren müssen. Ich glaube zu wissen, das es in Japan nie „SMS“ gab, sondern das japanische Handys seit jeher Internet haben und stattdessen Mails versenden, oder das KFC vor Jahren schon einen genialen Weihnachts-Werbe-Coup gelandet hatte und noch immer riesen Gewinne damit scheffelt.
    Wie sieht es da mit den Dingen aus die wir kennen und nutzen? Wie ist die Smartphonenutzung … und wie wird der mobile I-Net Zugang gehandhabt/abgerechnet wenn Internet doch auch vorher praktisch vorhanden war?
    Haben sich Restaurant-Ketten anpassen müssen oder gibt es tatsächlich weltweit das gleiche? Sind Pizzen echt so teuer? Woran denkt ein Japaner beim Word „Fastfood“ …Burger…Pizza…Gyudon? Und was davon gefällt euch am besten? xD
    Wie sehen die „Fußgängerzonen“ in verschiedenen Städten aus? Bei uns ändert sich die Architektur, die Geschäfte sind ja immer die gleichen…gibt es diese Shopping-Oligopole auch auf der anderen Seite der Welt…und wenn ja, welche sind es, kennen wir die hier auch bei uns?
    Ich weiß, das es Shinto-Buddhistische Misch-Tempel und reine buddhistische Tempel gibt, wie sieht es mit dem Shintoismus aus…gibt es noch einen quasi Ur-Shintoismus?
    Gibt es die Keiretsu noch immer und stimmt es das die über 200% Staatsverschuldung nicht wirklich ein Problem sind weil sie bei eben diesen Keiretsu liegen (GR hat weniger Schulden, aber eben im Ausland…)?
    Die ersten Regionen um Fukushima sind wieder freigegeben und /surprise\ niemand will hinziehen…gibt es Überlegungen sowas wie ein „Siedlungsprogramm“ aufzulegen? Argh…ich finde kein Ende 😀

    Lasst es euch gut gehen, schaut euch um und lernt Leute kennen. Ein offener Geist hilf bei derartigen Kulturschocks am besten…ein bisschen Ruhe im Tempel sicher auch.

    LG
    5eras

  2. Woher kommt es das Japaner wenn sie in Europa sind so viel fotografieren? Machen sie das zuhause auch? 😉

    • Da kann ich vielleicht schon helfen.
      Japaner machen relativ selten großen Urlaub. Das liegt zu großen Teilen an der Gesellschaft, denn wer im Urlaub ist, bürdet seinen Kollegen umso mehr Arbeit auf. Aus diesem Grund wird erwartet das jemand der einen großen Urlaub gemacht hat, auch ordentlich Souvenirs für die Kollegen (und Freunde/Familie) mitbringt und mit Bildern quasi „beweisen“ kann, dass sein Urlaub sinnvoll war und man nicht nur auf der faulen Haut gelegen hat…
      Aber auch für die Japaner persönlich ist es wichtig, da Sie so selten in den Urlaub fahren, müssen sie lange von diesem Erlebnis zehren.
      Im eigenen Land wird das im übrigen genauso gehandhabt. Souvenirs für gute Freunde, Familie, Kollegen sind Pflicht. Zumeist wird etwas Kulinarisches als Mitbringsel gewählt, eine Süßigkeit etwa oder für die Familie auch mal rohes Gemüse.
      Das klingt erst mal befremdlich, ich halte das allerdings für recht nützlich da sich auch bei mir das Regalbrett mit den typisch-deutschen Mitbringsel (kleines Kunsthandwerk, Muscheln, glitzernde Steine usw.) langsam beugt, aufessen wäre da schon praktisch 😉

      LG
      5eras

  3. Solche Toiletten gibt´s mittlerweile auch bei uns.
    Ist zwar die Frage, ob man so was braucht – aber auf jeden Fall interessant.

  4. Themenvorschlag: Habe gehört, in Japan gibt es viele arbeitslose „Jugendliche“, die bis Mitte 30 noch bei den gut verdienenden Eltern wohnen. Ergebns soll sein: Hohe Depressionsquote, sexuelle Frustration/Unlust und dadurch weniger Babys insgesamt. Was ist da dran? Oder wollen wir das vielleicht nur so sehen? Und ein andere Aspekt, sollte dieser Umstand stimmen: Wie sieht Dating dann in Japan aus, wenn viele über 30 noch Single sind und zuhause wohnen?

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