Jung und politisch engagiert?

Das Durchschnittsalter im deutschen Bundestag war zu Beginn (!) der momentanen Legislaturperiode 49,7 Jahre (Quelle: Statistik des Bundestags). Unsere Abgeordneten werden also immer älter.
Welche jungen Menschen haben da überhaupt noch die Muße, sich politisch einzubringen? Was ist ihre Motivation? Was glauben sie, warum gerade Junge und Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind und wie könnte man das ändern? Wir wollen sie außerdem fragen: Was würdet ihr anders machen als die Alten? Die Generation der Babyboomer bekleidet durch ihre bloße Masse schon so viele Positionen, dass es als junger Mensch manchmal aussichtslos erscheint, selbst etwas ändern zu können. Aber stimmt das?

Wenn du zufällig ein junger Politiker bist oder welche kennst, die keine Angst vor Journalisten mit Kamera haben: Schreib uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer du im Netz Zuhause bist.

Recherche-Update 2 „Was ist los mit dir, Deutschland?“

Es wird Zeit für ein weiteres Recherche-Update. Sieben von zehn Themen unserer „Was ist los mit dir, Deutschland?“-Tour haben wir nun fertig gedreht.

Wen habt ihr in den vergangenen Wochen getroffen?

Kerstin

Zuerst waren wir wie angekündigt zu Besuch in einer Intensivgruppe für Jugendliche. Wir haben uns einen Tag im Leben von Kerstin angeschaut. Kerstin ist 26 und hat schon in so vielen verschiedenen Jugendeinrichtungen gewohnt, dass sie sie kaum noch zählen kann. Weiterlesen →

Deutschland, deine Waffen

Im Moment sind wir für euch auf Waffenrecherche unterwegs.

Denn die Rüstungsexporte der Bundesrepublik Deutschland haben sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (Quelle: Rüstungsexportbericht des Bundeswirtschaftsministeriums). Es wurden Genehmigungen für die Ausfuhr von Waffen und Waffenzubehör in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt (2014: 3,97 Mrd). Dabei ist die SPD alias Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ursprünglich mit dem Versprechen angetreten, die Rüstungsexporte zu senken. Wieso ist das bislang nicht gelungen? Ist es tatsächlich so schwer, weniger Waffen zu exportieren und wenn ja, warum?

Ihr wollt, dass wir uns mit deutschen Waffenexporten beschäftigen und für euch herausfinden, sie regelt, wer darüber entscheidet, wer sie kritisiert. Habt ihr zu diesem Thema Fragen oder weitere Ideen, dann schreibt uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid.

Fakenews auf Facebook: Was denkt ihr darüber?

Der Kampf um die politische Deutungshoheit in den Sozialen Medien geht weiter. Einige von euch haben es bestimmt mitbekommen: Das Recherchenetzwerk Correctiv soll künftig sogenannte Fakenews auf Facebook überprüfen. Fakenews sind im weitesten Sinne Nachrichten, die nicht stimmen. Eine allgemeingebräuchlich Definition gibt es nicht – nur einer der Knackpunkte bei dieser Debatte. Wie die Überprüfung ungefähr ablaufen soll, steht in diesem ZEIT ONLINE-Artikel.

Hintergrund dieser Maßnahme ist unter anderem, dass die Bundesregierung seit längerer Zeit Druck gegenüber Facebook ausübt, da sie verhindern will, dass im Wahlkampf „falsche Nachrichten“ verbreitet werden. Wir fragen uns, ob das Ganze eine gute Idee ist:

Was meint ihr? Seht ihr Facebook als journalistisches Medium an? Sollten Journalisten überhaupt mit Facebook zusammenarbeiten? Und inwieweit sollte/darf sich der Staat überhaupt in Berichterstattung einmischen? Was fällt für euch unter den Begriff Fakenews – falls ihr diese Bezeichnung für sinnvoll haltet?

Falls sich interessante Antworten ergeben, werden wir daraus einen Artikel mit euren Einschätzungen veröffentlichen. Wer anonym bleiben will, kann sich auch unter info@crowdspondent.de bei uns melden. An dieser Stelle auch Danke an alle, die sich bei unserer letzten Fragerunde zum Thema „Wie sollten Journalisten eurer Meinung nach über Terroranschläge berichten?“ beteiligt haben – wir sind gerade dabei, eure Antworten auszuwerten und in einem Text zusammenzufassen.

Politische Utopie

Das neue Jahr fängt genauso beschissen an, wie das letzte aufgehört hat? Hört auf zu jammern! Wir suchen Leute, die eine politische Utopie (gestartet) haben!

Wer lebt eine politische Utopie? Gibt es überhaupt noch Alternativen zum jetzigen Wirtschaftssystem? Wo funktionieren im Kleinen andere Systeme? Und: Was können wir daraus mitnehmen? Wo engagieren sich Menschen abseits von politischen Parteien für eine andere Gesellschaft und was kann die große Politik von ihnen lernen? Menschenrechtler, Philosophen, Utopisten! Wer stellt noch die ganz großen Fragen?

Wer Visionen hat, sollte zu uns gehen

Wenn ihr eine Utopie habt oder Leute kennt, deren Utopie wir mal einen Tag lang leben sollen: Schreibt uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid.

Nutzt all eure Seifenblasenkräfte, um unseren Aufruf zu verbreiten! (Und ja, wir haben dieses Video an einem wunderschönen Sommertag vorgedreht – sonst würden wir jetzt krank im Bett liegen … )

Berlin, Weihnachtsmarkt: Wie sagen, was ist?

Der Journalist soll sagen, was ist. Das forderte der Verleger Rudolf Augstein. Was aber, wenn etwas ist, der Journalist aber nicht genau weiß, was?

In Berlin wurden mit einem LKW auf einem Weihnachtsmarkt 12 Menschen getötet und online hauen sich viele Leute verbal die Köpfe zu diesem Thema ein. Wie sollen Journalisten sich in solchen Extremsituationen verhalten? Verstummen, bis klar ist, was genau passiert ist? So handhaben das einige Medienseiten, sie sind vorsichtig geworden, auch weil sie in der Vergangenheit viel Kritik gehört haben. Das bedeutet aber auch: Sie lassen ihr Publikum alleine und überlassen es damit im Zweifel schlechter informierten Quellen. Mit einem Handy in der Hand zum Tatort rennen und einen Live-Stream starten, um zu zeigen, was vor Ort passiert? Das bringt viele Klicks, aber mindestens genauso viel Ärger, denn die Gefahr, dass man dabei Polizeiarbeit behindert, Tätern versehentlich hilft oder verstorbene oder verletzte Menschen gegen ihren Willen ablichtet, ist groß. Das Wenige, was man weiß, veröffentlichen und dazu schreiben, was man nicht weiß? Auch das tun einige Portale – oft stellt sich dann aber heraus, dass das, was die Redaktion/die Polizei/die Politik „wusste“ dann doch nicht komplett gestimmt hat – denn die Informationslage kann sich ständig ändern. Das Geschehen auf einer Meta-Ebene einordnen, ohne dass man genau formulieren kann, worauf man sich überhaupt bezieht? Auch diesen Spagat probieren gerade einige Kollegen.

Wie berichten Journalisten angemessen bei Katastrophen, Anschlägen, Amokläufen? Das fragen sich gerade viele Journalisten – auch wir. Im Gegensatz zu Kollegen am Newsdesk, die unter Zeit- und Kostendruck stehen, haben wir die Möglichkeit, euch zu fragen: Wie wünscht ihr euch Journalismus in Krisensituationen? Was sind Positiv-Beispiele und was schreckt euch ab? Welche Stimmen wollt ihr kurz-/mittel-/ und langfristig gerne hören? Oder ist euch die Berichterstattung sowieso schon zu viel? Falls wir genug interessante Antworten zusammenkriegen, werden wir daraus einen Artikel schreiben, der uns und Kollegen helfen kann, einen besseren Job zu machen. Denn wir beschäftigen uns im Rahmen unserer Recherche „Was ist los mit dir, Deutschland?“ unter anderem damit, wie (Politik-)Journalismus heute funktionieren sollte.

Die Abgehängten

Die ersten Drehtage zu den Themen „Weltbild gesucht“ und „Wie haben sich deutsche Städte verändert?“ liegen hinter uns (Recherche-Update dazu folgt). Jetzt starten wir in das nächste Thema:

Wie geht es eigentlich denjenigen, die statt dem Wachstum zu huldigen, eher das Gefühl haben, zu schrumpfen und sich immer kleiner zu fühlen? Den Menschen, die keine Lobby haben und deren Stimmen nicht so stark wahrgenommen werden, wie die von anderen Interessengruppen, weil sie aus psychischen oder physischen Gründen nicht so leistungsstark sind? Hat der (politische) Stimmungswechsel in Deutschland auch damit zu tun, dass bestimmte gesellschaftliche Gruppen von Politik und Medien zu lange vernachlässigt wurden?

Über Rentner mit Alterskrankheiten kann man jeden Tag etwas in der Zeitung oder im Fernsehen sehen. Wie aber sind die Bedingungen in Deutschland für junge Leute, die aus gesundheitlichen Gründen kurzzeitig aus dem Arbeitssystem geflogen sind? Wie helfen zum Beispiel Intensivgruppen bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung und warum dauert es oft so lange, bis Betroffene Hilfe bekommen? “Verarmung als Megatrend” nennt einer unserer User die Probleme der unteren Einkommensschichten. Gibt es diesen Megatrend wirklich und wie und wo äußert er sich konkret? Würde ein Bedingungsloses Grundeinkommen helfen oder schafft das neue Probleme?

Wenn ihr euch abgehängt fühlt oder Leute kennt, mit denen wir unbedingt sprechen sollen: Schreibt uns hier, auf Facebook, Snapchat (Name: Crowdspondent), Twitter, Instagram oder wo auch immer ihr im Netz Zuhause seid.

Weltbild gesucht!

„Wie kann man so blöd sein? Ich verstehe diese Menschen nicht! Mit denen kann man auch gar nicht reden!“ Viele von euch haben uns geschrieben, dass sie es verlernt haben, mit Andersdenkenden zu diskutieren. Sie können nicht nachvollziehen, wie man eine andere Sicht auf die Dinge haben kann: Auf die Flüchtlingspolitik. Auf die AfD. Auf Ostdeutschland. Auf den Islam. In unserer Politik-Recherche „Was ist los mit dir Deutschland?“ wollen wir deshalb etwas versuchen, was in der Theorie ganz einfach ist, in der Praxis aber oft nicht funktioniert: Miteinander sprechen. Denn wir alle bewegen uns in unterschiedlichen Filterblasen, wir kriegen durch soziale Netzwerke einen vorgefilterten Blick auf die Welt und auf die Politik. Deshalb suchen wir jetzt zwei Menschen mit sehr unterschiedlicher Sicht auf Deutschland und die deutsche Politik, die uns für einen Tag mitnehmen in ihre Filterblase, also in ihre digitale Welt:

Freiwillige bitte melden! Entweder per Mail an info(at)crowdspondent.de, per Facebook-Nachricht oder in den Kommentaren auf dieser Seite.

Dieser Aufruf ist Teil unserer Recherche „Was ist los mit dir, Deutschland?“ in der wir uns damit beschäftigen, wieso sich dieses Land gerade so drastisch verändert. Wir werden zehn Videos zu zehn verschiedenen Themen produzieren. Für die Umsetzung haben wir mehr als 11 000 Euro in einer Crowdfunding-Kampagne gesammelt.

Waffen, Weltbildwechsel, Wirtschaft: Euer Politik-Journalismus

Von der Bildungspolitik bis zu deutschen Erdogan-Fans: Hier kommen eure Politik-Themen! Wir sind ab Mitte Oktober für euch als politische Reporterinnen unterwegs. Und wie immer recherchieren wir das, was ihr wollt. Ihr habt uns viele Emails, Pinnwandeinträge und Nachrichten geschickt und in zwei Live-Redaktionskonferenzen haben wir eure Ideen diskutiert. Jetzt haben wir aus euren Vorschlägen eine vorläufige Themenliste gebastelt. Daraus sollen dann unsere zehn politischen Videos entstehen! Was meint ihr zu den Themen? Fallen euch konkrete Ansprechpartner ein? In welche Orte sollen wir dafür reisen?

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1) Mein Weltbild, dein Weltbild

Viele von euch wünschen sich, wieder mehr und besser mit anderen Leuten zu diskutieren und aus der eigenen Weltsicht auszubrechen. Wie sieht die Welt aus, wenn man seinen Facebook-Algorithmus verlässt? Was sehen andere, was wir nicht sehen? Und warum werden die Leute im Netz immer wütender? In einem Aufruf werden wir versuchen, zwei Menschen mit sehr unterschiedlicher Sicht auf Deutschland und die deutsche Politik zu finden, die uns für einen Tag mitnehmen in ihre Filterblase, also in ihre digitale Welt. Die uns zeigen, warum sie politische Botschaften hinterlassen und was umgekehrt bei ihnen ankommt. Denn was wir in unsere Streams gespült bekommen, bestimmt unseren Blick auf die Welt. Wir wollen herausfinden: Wieso interpretieren zwei Menschen im selben Land mit denselben technischen Möglichkeiten dieselben Ereignisse so unterschiedlich? Auf welcher Basis können und müssen wir uns mit Andersdenkenden auseinandersetzen?

2) Deutschland, deine Waffen

Die Rüstungsexporte der Bundesrepublik Deutschland haben sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt (Quelle: Rüstungsexportbericht des Bundeswirtschaftsministeriums). Es wurden Genehmigungen für die Ausfuhr von Waffen und Waffenzubehör in Höhe von 7,86 Milliarden Euro erteilt (2014: 3,97 Mrd). Dabei ist die SPD alias Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ursprünglich mit dem Versprechen angetreten, die Rüstungsexporte zu senken. Wieso ist das bislang nicht gelungen? Ist es tatsächlich so schwer, weniger Waffen zu exportieren und wenn ja, warum? Weiterlesen →