Fünf Jahre nach Fukushima. Unser Film!

Es. Ist. Ein. Film! Zehn Wochen waren wir in eurem Auftrag mit nur 5000 Euro in der Tasche in ganz Japan unterwegs und viele weitere Wochen haben wir an diesem Ding hier herumgeschraubt. Wir sind quer durch das ganze Land gereist und haben herausgefunden, wie sich das Land fünf Jahre nach Fukushima verändert hat. Wir haben uns mit den Evakuierten aus der Sperrzone getroffen, vor Ort bei Dekontaminierungsarbeiten zugesehen, die Proteste von Tokio bis Okinawa begleitet und trotz des ernsten Themas auch viel Spaß gehabt.

Weiterlesen →

Greenpeace zur Sperrzone von Fukushima: “Die Rückbesiedlung ist ein Fehler!”

Fukushima_heute

Umweltorganisationen betrachten die Aufräumarbeiten in Fukushima mit Skepsis. Wir haben uns von Cornelia Deppe-Burghardt von Greenpeace erklären lassen, wieso.

Frau Deppe-Burghardt, die Evakuierten aus den verstrahlten Gebieten der Präfektur Fukushima sind teilweise skeptisch gegenüber der Regierung. Eine ältere Frau aus einer Notunterkunft erzählte uns, dass sie den Messwerten der japanischen Regierung nicht traut. Was halten Sie von der Informationspolitik der japanischen Regierung beim Thema Fukushima?  Weiterlesen →

Strahlen-Experte zu Fukushima: “Der Begriff Atomkatastrophe ist unangebracht!”

Wie gefährlich ist es in Fukushima heute, fünf Jahre nach dem Reaktorunfall? Wir haben vor Ort recherchiert und unsere Recherchen mit Prof. Georg Steinhauser vom Institut für Radioökologie und Strahlenschutz Hannover besprochen. Er beschäftigt sich seit Jahren mit den Folgen des Unfalls. Ein Gespräch über Fukushima-Mythen, Strahlenwerte, verseuchte Lebensmittel und die Berichterstattung der deutschen Medien. 

Iidate_Saecke

Herr Prof. Steinhauser, unser Eindruck war, dass viele Japaner sehr misstrauisch sind, wenn es um von der Regierung veröffentlichte Strahlenwerte und Risikoeinschätzungen geht. Ist dieses Misstrauen aus Ihrer Sicht gerechtfertigt?

Prof. Georg Steinhauser

Prof. Georg Steinhauser

Ich kann der Regierung natürlich keinen Freibrief ausstellen, dass immer alles in Ordnung war. Die Transparenz war gerade unmittelbar nach dem Reaktorunfall mehr als mangelhaft. Aber seitdem sich Japan von seinem ersten Schockzustand erholt hat, laufen die Dekontaminierungsarbeiten aus meiner Sicht gut und die Regierung bewältigt das Problem aus wissenschaftlicher Sicht in einer technischen Qualität wie es kaum ein anderes Land hinkriegen würde. Die veröffentlichten Zahlen halte ich auch für korrekt.

Also existiert die Unsicherheit der Bevölkerung Ihrer Meinung nach eher aufgrund eines Kommunikationsproblems?

Direkt nach dem Unfall war die Kommunikation sicher schwierig. Aber Sie müssen auch sehen, dass Japan damals erst mal andere Probleme hatte als das Reaktorunglück 20 000 Japaner wurden tot ins Meer gespült, da kann zum Beispiel die europäische Presse nicht erwarten, dass sie direkt alle Infos zum Kernkraftwerk bekommt, noch dazu wo die japanische Regierung dringend nötige Informationen auch selbst erst mit Verzögerung bekommen hat. Weiterlesen →

Heute: Live-Politik-Reporting aus Stuttgart! Sonst: Fukushima-Schneiderei.

Wir berichten heute für euch und für BENTO vom SPIEGEL live aus Stuttgart: Cannabis-Verfechter, junge Grüne und Fußballfans erklären uns die Stimmung vor der Landtagswahl. Vor fünf Jahren wurde der Grüne Winfried Kretschmann überraschenderweise Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Wie sehen junge Leute seine Politik? Wir streamen live auf der Facebook-Seite von BENTO. Wenn ihr spontane Fragen an unsere Interviewpartner habt, könnt ihr sie einfach auf Facebook in die Kommentare posten und wir machen dann eine Freestyle-Einbettung eurer Anmerkungen (oder versuchen das zumindest!).

Wir beim Einsprechen unserer Japan-Reportage.

Wir beim Einsprechen unserer Japan-Reportage.

Einer der Auslöser für die Wahl von Kretschmann war übrigens das Reaktorunglück von Fukushima. Und auch dazu werden wir euch diese Woche noch einige Infos liefern. Ihr habt eine Weile nichts von uns gehört. Das liegt nicht etwa an einem Winterschlaf, sondern daran, dass wir in der Zwischenzeit eine 45-Minuten Reportage über Japan geschnitten haben, die wir diesen Freitag veröffentlichen, am fünften Jahrestag der Ereignisse von Fukushima.

Wir freuen uns, wenn ihr heute und am Freitag dabei seid!

Airbnb in Japan: Übernachten bei Super Mario und einem Teezeremonienmeister

Fast drei Monate waren wir für euch in Japan unterwegs. Finanziert haben wir uns diese Recherche durch Crowdfunding: 5000 Euro, das war alles, was wir hatten. Japan ist aufgrund der supervollen Großstädte eines der teuersten Übernachtungsländer der Welt, aber irgendwo mussten wir ja schlafen. In ländlichen Regionen ist es zwar günstiger, dafür gibt es aber kaum Hotels. Wir haben deswegen meistens in Airbnb-Wohnungen übernachtet. Unsere verrücktesten Unterkünfte (und die dazugehörigen Gastgeber) wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. 

1_Super Mario

Weiterlesen →

Digitale Lesung “Nix wie Heimat”

Weihnachtszeit ist Lesezeit, also haben wir damit begonnen, ein wenig für euch aus unserem Buch “Nix wie Heimat” zu lesen. Erstanden ist das Buch ja bekanntlich im Internet: Ihr habt uns die Ideen geschickt, wir sind quer durch Deutschland gereist, um eure Recherche-Aufträge auszuführen. Wie bringen wir das ausgedruckte Internet also wieder zurück ins Netz? Da uns viele Leute gefragt haben, wann denn unsere erste Lesung stattfindet, haben wir entschieden, dass wir uns mal an Digitalen Lesungen versuchen:

Digitale Lesung Nummer 3:

Weihnachten naht, also düsen viele gerade heim zu Mama und Papa (sogar die Leute aus dem Edeka-Spot!). Aber was ist das eigentlich: Heimat? Manchmal ist Heimat so was wie eine Lieblingshose für die man leider zu dick geworden ist. So fühlt sich das zumindest für Lisa an, wenn sie alle Jahre wieder zum Familienbesuch nach Lahnstein reist … Mehr dazu und zum berühmten BAARESCHESSER gibts in Folge drei unserer Digitalen Lesung.

Digitale Lesung Nummer 2

Paul Artur Friedrichs ist 83 Jahre alt, trägt gerne graue Pullunder und hat sein gesamtes Leben auf Helgoland verbracht (abgesehen von den paar Jahren, in denen die Insel weggebombt werden sollte). Wieso kam er nie von Helgoland los? Weihnachtszeit ist Lesezeit, also höchste Zeit für Digitale Lesung Nummer 2 Weiterlesen →

Nix wie Heimat: “Wir sind nicht eure neuen Heidis”

Drei Monate lang sind wir im vergangenen Jahr für euch durch Deutschland gereist, entstanden sind daraus zwölf Mini-Filme und unser Buch “Nix wie Heimat!” Jetzt wo das Buch draußen ist und wir zurück in Deutschland sind, haben wir alle Videos für euch noch mal hervorgekramt.

“Was ist Heimat? Wir suchen nach bisher verborgenen Seiten Deutschlands. Welche Orte werden wir entdecken? Was wird unser eigenes Land mit uns anstellen? Was werden wir über seine Bewohner lernen? Heimat, das ist doch dieses komische Wort, das in Volksliedern und 50er-Jahre-Filmen vorkommt. Keine Angst: Wir werden nicht eure neuen Heidis! Wir wollen uns dem Begriff und dem Land ebenso kritisch wie neugierig nähern. Wochenlang durch Deutschland gereist sind wir noch nie und mal ehrlich, wer würde das auch freiwillig machen? Mit Mitte 20 sind wir in einem Alter, in dem die meisten von uns sich eher davonmachen als ihre Heimat zu erkunden.”

Buchcover

Das Besondere an unserer Recherche-Reise war ja, dass wir wie immer nur das gemacht haben, was ihr uns aufgetragen habt. So landeten wir bei Flüchtlingen, Borderline-Patienten, Seemännern, Nonnen, im Zirkus und und und … Für das Buch haben wir ihnen allen die Frage gestellt “Wenn Deutschland ein Mensch wäre – was für eine Person wäre dieses Deutschland dann für dich?” und überlegt, was dieses schnulzige Wort “Heimat” eigentlich heutzutage bedeutet.

Weiterlesen →

Tschüss aus Tokio

Unsere Blicke sind ziemlich wehmütig, denn wir mussten uns von Japan verabschieden. Das ist unser vorerst letztes Video aus Tokio, allerdings geht ein Teil unserer Arbeit nun erst richtig los: Ab jetzt schneiden und schreiben wir für euch alles, was wir recherchiert haben zu einer großen Japan-Reportage zusammen. An dieser Stelle schon mal fettes DANKE an euch alle:

Okinawa und das Camp Schwab

 

IMG_9959

Ihr habt uns gefragt, wie die Bewohner der japanischen Insel Okinawa miteinander klar kommen. Das hier ist die 24-jährige Maki, eine Studentin aus Okinawa. Hinter ihr stehen etliche japanische Polizisten, die das US-amerikanische Camp Schwab auf der Insel bewachen. Sie verteidigen das Camp gegen einen Sitzstreik, den Maki mit angezettelt hat. Wieso ist sie hier? “Ich will nicht, dass auf Okinawa eine neue Militärbasis gebaut wird! Okinawa ist wunderschön: Die Natur, die Menschen. Aber wenn die US-Armee sich hier immer weiter ausbreitet, wird all das zerstört. Ich bin nicht dafür, dass alle Soldaten verschwinden. Aber es sollten auch nicht immer mehr werden! Angeblich sind sie hier, um uns zu verteidigen. Ich glaube, sie sind hier, weil unsere Insel mitten im Pazifik als strategischer Stützpunkt in Asien so praktisch ist.” Momentan nutzen die US-Soldaten etwa 20 Prozent der gesamten Fläche der Insel.

Ergänzung: Die ganze Geschichte von Okinawa und was Maki sonst noch denkt, seht ihr in der Reportage, die wir gerade für euch schneiden.

Okinawa: Schönwetter-Insel mit US-Militärbase

Von hier aus zogen die US-amerikanischen Truppen in den Koreakrieg, in den Vietnamkrieg und in den Golfkrieg. Wir sind in die ärmste und zugleich eine der umstrittensten Präfekturen Japans gereist: Auf die Insel Okinawa. Hier gibt es seit Jahren Proteste gegen die vielen stationierten US-Soldaten und deren gigantische Militärbasen. Was wollt ihr von den Leuten wissen, die hier leben?