Deine persönlichen Reporter

Wir sind Lisa Altmeier und Steffi Fetz und haben zusammen Crowdspondent gegründet. Wir waren im Jahr 2015 drei Monate lang für euch als Reporterinnen in Japan unterwegs. Finanziert wurde das ganze per Crowdfunding. Inzwischen ist auch unser erstes Buch erschienen. Es heißt „Nix wie Heimat“ und behandelt unsere Deutschlandreise aus dem Jahr 2014.

Lisa Altmeier und Steffi Fetz

Wir sind eure persönlichen Reporter. Unsere Auftraggeber sind keine Zeitungen, Fernsehsender oder Radiostationen, sondern ihr, unsere Crowd. Ihr könnt uns auf Twitter, Facebook oder hier auf unseren Blog mitteilen, was wir für euch recherchieren, wen wir für euch treffen und was wir die Menschen fragen sollen.

2014 haben wir auf diese Weise drei Monate lang in Deutschland recherchiert. Entstanden ist daraus unter anderem diese Deutschland-Reportage, die auch im TV bei Einsplus lief:

Was zuvor geschah: Kleine Geschichte von Crowdspondent

Wer seid ihr?

Wir sind Lisa (@weltanschauer) und Steffi (@steffifetz). Wir sind beide 25 26 27 28, lieben Abenteuer und Online-Journalismus. Kennengelernt haben wir uns auf der Deutschen Journalistenschule. Wenn ihr mehr über uns wissen wollt, dann schaut doch hier.

Crowdspondent im Schrank

Was macht ihr?

Wir probieren eine neue Form von Journalismus aus.

2013 waren wir für drei Monate als eure persönlichen Auslands-Korrespondentinnen in Brasilien und haben recherchiert, wie sich das Land ein Jahr vor der Fußball-WM veränderte (auf portugiesisch/em português). Wir haben geschrieben, gefilmt und Töne gesammelt. Waren auf euren Wunsch in den Favelas, sind auf den Demos vor der Militärpolizei davon gerannt und haben mit einem weisen Atomphysiker gesprochen.

2014 war Deutschland dran: Dank euch hat unser Crowdfunding super funktioniert und wir hatten Kohle für eine neue Recherche-Reise. Hierfür haben wir eure Themen eingesammelt und sind von Juli bis Ende September 2014 für euch unterwegs gewesen. Wir haben mit Flüchtlingen gesprochen und eine Borderline-Patientin in der Psychiatrie besucht. Ihr habt uns zum Beispiel in eine Höhle, in den Zirkus und in eine Demenz-WG geschickt. Wir haben jede Woche eine TV-Reportage produziert und eine Übernachtungskolumne geschrieben.

2015 ging es nach Japan: Ihr habt uns wieder sehr viele Recherchevorschläge geschickt und wir haben unter anderem diese Reportage vor Ort gedreht:

Warum arbeitet ihr so?

Weil sich Verlage immer seltener Korrespondenten und Reporter leisten, die das In- und Ausland für dich vor Ort erkunden. Der Journalismus in großen Medienunternehmen wird oft stark durch Nachrichtenagenturen beeinflusst. Klar, Nachrichtenagenturen sind wichtig, aber es ist schade, dass immer weniger Geld für Reporter da ist: Für Menschen, die abseits vom Schreibtisch recherchieren und sich auch mal um weniger beachtete Themen kümmern. Dabei geraten wichtige Themen aus dem Blickfeld, nur deshalb, weil sie gerade nicht dem allgemeinen Trend entsprechen. Mit eurer Hilfe können wir diese Themen und Menschen aufspüren.

Wir sind außerdem der Meinung, dass junge Journalisten mehr Mut zum Ausprobieren haben müssen – und wo kann man sich besser austoben als im Netz?

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Aus Dokumentations- und Transparenzgründen könnt ihr hier unten noch einmal nachlesen, warum wir 2013 Jahr nach Brasilien gegangen sind, wieso wir 2014 durch Deutschland fuhren und welche Gedanken wir uns in den letzten Monaten Jahren gemacht haben.

Die Idee in 140 Zeichen:

Wir hauen ab. Für euch. Nach #Brasilien. Ins WM-Land 2014. Wen kennt ihr da? Was wollt ihr wissen? Wo sollen wir hin? Schreibt @crowdspondent

Warum ausgerechnet Brasilien?

Lateinamerika ist in der deutschen Berichterstattung unterrepräsentiert. Dabei ist Brasilien ein spannendes Land, das sich mitten im Wandel befindet. Vom Schwellenland zur Wirtschaftsmacht. Nächstes Jahr ist dort die WM, 2016 werden Menschen aus aller Welt für die Olympischen Spiele dorthin reisen. Solche bevorstehenden Riesen-Events verändern einen Staat und dessen Bewohner.

Wie bezahlt ihr das?

Wir haben das große Glück, von VOCER ein Stipendium bekommen zu haben, dass uns ermöglicht, in Brasilien spontan von Ort zu Ort zu reisen. Ansonsten haben wir noch ein bisschen Geld, das wir uns während der Ausbildung durch unsere Nebenjobs erarbeitet haben.

Außerdem veröffentlichen wir ab und an Artikel bei anderen Medien. Zum Beispiel bei ZEIT Online, ZDF Hyperland oder jetzt.de von der Süddeutschen Zeitung. Für die Frankfurter Buchmesse arbeiten wir ebenfalls als Bloggerinnen.

Natürlich freuen wir uns, wenn wir darüber hinaus Texte, Videos und Radiostücke verkaufen können. Und vielleicht habt ihr ja auch Lust, uns etwas zu spenden. Zum Beispiel per Flattr.

Insgesamt kommen wir mit dem Geld gerade so aus, unseren Lebensunterhalt können wir von dem Projekt aber nicht bestreiten, obwohl wir echt sparsam unterwegs sind und uns zum Beispiel in Rio ein 12-Quadratmeter-Zimmer geteilt haben. Nach drei Monaten ist unser Geld trotzdem mehr als aufgebraucht.

Und wie geht es nach Brasilien weiter?

Tja, so ganz genau wissen wir das auch noch nicht. Erst einmal machen wir beide ab Oktober 2013 ein Praktikum bei jungen Fernseh-Formaten (Lisa bei PULS vom BR und Steffi bei Klub Konkret von EINS PLUS). Mit diesem Praktikum schließen wir offiziell unsere Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule und unseren Master an der LMU München ab. Danach würden wir Crowdspondent gerne auf irgendeine Weise fortführen. Wie das genau aussieht, besprechen wir gerade noch. Da uns bisher noch keine Geldscheine hinterher geworfen wurden, denken wir über eine Finanzierung per Crowdfunding nach. Wenn es soweit ist, freuen wir uns natürlich über eure Unterstützung.

Ein Jahr danach brachen wir auf Deutschlandtour auf:

Warum Deutschland, warum weitermachen?

2013 in Brasilien hat Crowdspondent gut funktioniert. Nicht zuletzt dank unserer ebenso unermüdlichen wie kritischen Crowd. Mittlerweile ist unsere Zeit an der Journalistenschule vorbei und wir arbeiten beide. Unser Vocer-Stipendium vom letzten Jahr ist auch ausgelaufen. Weitermachen wollen wir aber trotzdem. Und das zunächst in Deutschland, nicht zuletzt deshalb, weil viele unserer Crowdspondent-User vom letzten Jahr uns darauf hingewiesen haben, dass es auch hier viele Themen gibt, die in der klassischen Berichterstattung vernachlässigt werden. Und dafür brauchen wir eure Unterstützung. Deshalb sammeln wir gerade 4000 Euro beim Crowdfunding auf startnext ein. Wir wollen so unabhängig wie möglich arbeiten. Das geht aber nur, wenn wir uns keine Sorgen um die Finanzierung unserer Reise machen müssen.

Warum habt ihr kein Oberthema?

Wir wollen mit euch zusammen drei Monate lang Journalismus machen. Auf unserem Blog soll so eine große, bunte Deutschlandreportage entstehen. Das heißt, wir wollen möglichst viele Ecken dieses Landes aus möglichst verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen und dabei über die Dinge berichten, die euch wichtig sind. Mit euch meinen wir jeden, der Ideen hat und der uns seinen eigenen Blick auf Deutschland verraten will. Jeden, der sich in der Themenauswahl klassischer Medien nicht vertreten fühlt und der neugierig auf die Geschichten des Landes ist, die er noch nicht kennt. Auch jeden, der bereit ist, seine Vorurteile über bestimmte Regionen zu überdenken. Wir haben uns – entgegen der Ratschläge vieler kluger, erfahrener Journalisten – gegen ein Oberthema entschieden. Einfach, weil wir finden, dass ihr die Themen setzen solltet und wir euch nicht in eurer Kreativität und uns nicht in unserern Recherchen beschränken wollen.

Danke

2014 gilt unser besonderer Dank schon jetzt Lukas Hellbrügge, mit dessen Hilfe wir unser Crowdfunding-Video gedreht haben. Und den Leuten, die uns für vor der Kamera schon ihre Aufträge für Japan mit auf den Weg gegeben haben: Lara von Dehn, Kathrina Edinger, Marion Härtel, Marie Hellbrügge, Sammy Khamis, Michael Köppel, Jens Milkowski, Carina Sedlatschek, Nico Sedlatschek, Konrad Sziedat.

Außerdem danken wir allen, die wir 2013 zum Thema Deutschland befragen durften: Gökalp Babayigit, Bayern Bobby, Teresa Fries, Lisa Hönig, Sebastian HuberAlex Reinsberg, Kathrin Rösch, Moritz Schrödl, Hakan Tanriverdi, Lukas Vierzig, Regina Wünsche und Laura Zalenga.

Liebsten Dank an Vera Suschko, die mit uns das Crowdspondent Making-Of für die Re:publica 2014 geschnitten hat. Ein dickes Danke an Carolin Neumann von VOCER, die uns die ganze Zeit über so großartig und unermüdlich unterstützt. Und an unseren DJS-Freund Johannes Wendt, der sich unseren Namen ausgedacht hat.

Übrigens: Unser Blog ist immer beta und stellt unseren kompletten journalistischen Arbeitsprozess dar. Deshalb ändern sich auch manchmal die Kategorien oder wir probieren etwas Neues aus. Falls ihr Ideen für Verbesserungen habt, freuen wir uns.