Mixt euch weg! Unser persönliches Caiprinha-Rezept

Während wir in Blumenau die deutsch-brasilianischen Beziehungen untersuchen, hat Leserin Magdalena uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir euch noch ein Caipirinha-Rezept schulden. Ihr könnt ja mal die letzten Sonnenstrahlen in Deutschland genießen (hoffen, es gibt welche) und euch mit einem selbst gemischten Caipirinha zu uns nach Brasilien träumen. Wir sagen euch, wie es geht:

Wir üben Caipirinha mixen

Wir üben Caipirinha mixen

Als wir unseren deutschen Freunden erzählten, dass wir nach Brasilien fliegen, war eine der häufigsten Reaktionen: „Cool, dann trinkt ihr bestimmt den ganzen Tag Caipirinha am Strand.“ Davon abgesehen, dass wir hier als Journalistinnen und nicht als Badenixen arbeiten und das Wetter erdhalbkugebedingt momentan winterlicher ist als in Deutschland, haben sie mit der Aussage schon ein bisschen recht: Wir trinken tatsächlich ziemlich gerne Caipirinha. Nicht nur, weil er wesentlich günstiger ist als zum Beispiel Wein, sondern auch, weil der brasilianische Caipirinha einfach viel besser schmeckt. als der in Deutschland. Aber woran liegt das eigentlich? Was machen die deutschen Barkeeper falsch? Und was die brasilianischen richtig? Wir haben das in Sao Paulo auf einer Party gelernt, wo uns ein paar nette Leute zeigten, wie man Caipirinha richtig macht. Alle Mengenangaben beziehen sich auf eine Partyrunde. Alleine Caipi trinken ist doch eh doof.

Schritt 1: Was brauchst du?
Die Zutatenliste ist von überschaubarer Länge. Du brauchst eigentlich nur:

1 Plastiktüte voller Limetten
1 Flasche Cachaça
1 Großpackung Eiswürfel
1 Packung Zucker (entspricht vermutlich einer deutschen halben Packung)

Achtung: Bei diesem Schritt machen laut Brasilianer Alison (Gastgeber der Grillparty, auf der wir waren) schon verdammt viele Leute Fehler:

Falscher Zucker:

Alison: „Als ich in Deutschland war, war ich entsetzt: Die Barkeeper schütten da braunen Rohrzucker in die Caipirinhas?! Jeder Brasilianer weiß, dass man dafür weißen Zucker benutzt! `Warum tut ihr das?`, habe ich sie gefragt. `Weil brauner Zucker brasilianisch ist.`, haben die Barkeeper geantwortet [schüttelt den Kopf].“ Tatsächlich scheint es so zu sein, dass in Deutschland schlechterer Schnaps verwendet wird und die Leute deshalb versuchen, über den braunen Zucker mehr Geschmack in das Getränk zu kriegen.

Falsche Eiswürfel:

Alison: „In Deutschland verwendet man Crushed Ice, in Brasilien Eiswürfel.“ Das Crushed Ice schmilzt schneller als die Eiswürfel, dadurch wird der Caipi wässriger. Don`t do it!

Schritt 2: Was brauchst du sonst noch?

Wir haben für euch getestet, wie man den Caipirinha unter weniger optimalen Bedingungen zubereitet. Soll heißen: Ohne technische Hilfsmittel wie Stampfer, Shaker und so weiter. Es geht! Die Standardausstattung, die ihr dafür braucht:

1 großes Bierglas
1 Schale/Teller, die/er breit genug ist, um die Öffnung des Bierglases abzudecken
1 Holzbrett
1 Messer
1 leere, saubere Bierflasche
und im besten Fall ein paar nette Menschen, die euch für eure Barkeeper-Fähigkeiten bewundernde Blicke zuwerfen

Schritt 2: Limettenstampfen

Zuerst zerschneidest du die Limette mit dem Messer auf dem Holzbrett. Klingt easy, aber auch hier kann man was falsch machen. Als erstes schneidest du beide Enden der Limette ab (also diesen kleinen grünen Knubbel, der sich da am Ende immer befindet).

Schnibbelschnipp

Schnibbelschnipp (©Lisa Altmeier und Steffi Fetz)

 

Achtung: Es ist laut den brasilianischen Experten extrem wichtig, das Weiße zu entfernen, das sich im Inneren der Limette befindet. Sonst wird der Caiprinha nämlich bitter – nicht cool!

Danach zerteilst du die Limette in Stückchen (Anmerkung: Hierbei gibt es regionale Unterschiede, mancherorts werden anscheinend Scheiben bevorzugt). In Brasilien ist der Caipi übrigens auch in anderen Geschmacksrichtungen beliebt. Der Klassiker ist die Limetten-Version, aber wir haben auch schon welchen mit Ananas, Kiwi, Erdbeere oder Maracuja getrunken.

Wenn du diese Schritte unfallfrei überstanden hast, schüttest du den Zucker in den Bierkrug und wirfst die Limetten obendrauf. Dann zerstampfst du das Ganze mit der Bierflasche. Nicht frühzeitig aufgeben!

Der Saft muss richtig aus der Limette herauskommen, schließlich willst du nachher nicht nur Eiswürfel mit Schnaps trinken. Also immer schön stampfen. Wenn die Limettenstücke schlapp und entleert im Glas abhängen, hast du es richtig gemacht. [Anmerkung: Es gab auch Stimmen, die meinten, dass die Limetten noch halbwegs schön aussehen sollen, nachdem sie zerstampft wurden. Diesen Ratschlag haben wir zu Gunsten des Saftpressens ignoriert.]

Schritt 3: Wenn Eis und Cachaça sich vereinigen

Als Nächstes holst du den großen Sack Eiswürfel aus dem Gefrierfach und häufst sie auf das Limettensaft-Zucker-Gemisch im Bierkrug.

Eiswürfel statt Crushed Ice! Und dann hopp auf die Limetten-Zucker-Mischung

Eiswürfel statt Crushed Ice! Und dann hopp auf die Limetten-Zucker-Mischung (©Lisa Altmeier und Steffi Fetz)

Dann brauchst du eigentlich nur noch den Cachaça.

Achtung: Den Cachaça nicht einfach hopphopp ins Glas schütten. Er soll langsam und gleichmäßig über die Eiswürfel gegossen werden, so dass diese vor Glückseligkeit dahinschmelzen.

Wenn zwei sich verbinden. Hier: Cachaca und Eiswürfel

Wenn zwei sich verbinden. Hier: Cachaça und Eiswürfel (©Lisa Altmeier und Steffi Fetz)

Schritt 4: Shake it, shh shake it, shake it like a Polaroid Picture

Jetzt hast du alle Zutaten im Glas, aber sich so richtig angefreundet und miteinander rumgerauft haben diese Fremden, die jetzt plötzlich auf so engem Raum zusammenfinden sollen, noch nicht. Die Lösung: Shake it, shh shake it. Du schüttelst die ganze Mannschaft eine Runde durch. Wenn du so provisorisch unterwegs bist wie wir, hast du dazu keine Profi-Shaker, sondern nur den Bierkrug. Auf den steckst du die Plastik-Müslischale (oder was immer dir zur Verfügung steht und die Öffnung des Kruges abdeckt). Dann schüttelst du das Getränk gut durch. Achtung: Hierbei kann es zu Alkoholverlust durch fahrlässiges Schütteln kommen! Also den Deckel sehr fest drauf drücken.

Ein Bierkrug als Shaker. Steffi probiert es aus.

Ein Bierkrug als Shaker. Steffi hat es raus. (©Lisa Altmeier und Steffi Fetz)

Schritt 5: Schnapp dir nen Testdrinker

Frag deinen Lieblingsgast auf der Party (oder irgendjemandem, mit dem du schon immer mal ins Gespräch kommen wolltest), wie er den Caipirinha findet. In unserem Caiprinha war zu wenig Zucker, also mussten wir noch einmal nachjustieren.

Schritt 6: Yeaah

So, jetzt kannst du mit deinen neuen oder alten Freunden anstoßen. Wir empfehlen, den Caiprinha schnell vom Bierkrug in Plastikbecher umzufüllen. Sonst kann es dir wie bei uns passieren, dass ein Gast den Krug fast alleine leert und du sofort zu Runde II im Caipi-Mixen antreten musst.

Jetzt musst du nur noch jemanden finden, der das ganze Zeug aufräumt.

Jetzt musst du nur noch jemanden finden, der das ganze Zeug aufräumt…(©Lisa Altmeier und Steffi Fetz)

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Victor, also ehrlich gesagt haben wir da nicht so drauf geachtet (Ein Fehler? 😉 ) und versuchen auch, Markennamen in den Texten eher zu meiden. Vor allem, wenn wir nicht einschätzen können, ob die anderen Marken nicht genauso gut sind. Aber wenn wir dich hier schon einmal als Experten haben: Ist es in Deutschland schwierig an guten brasilianischen Cachaca zu kommen?

    • Ai ai, mich als Experte zu bezeichnen ist ein bissl übertrieben, haha 😀 Bin ja nur ein kleiner eingedeutschter (21J. in DE) Brasilianer! 🙂
      Da ich aus Ceará komme, kann ich nur Ypióca empfehlen – nicht nur wegen des Geschmacks, aber auch des tollen FlaschenDesigns wegen! Sonst kenne ich mich nicht sehr gut mit Cachaça aus – weiß aber, dass die beiden bekannten Sorten, die man in unseren Supermärkten bekommt, wirklich nicht die besten sind! 😀
      Die Frage war pure Neugierde, vor allem wegen dem vorherigen Satz… Und btw, trinke lieber Caipiroska, aber psst 🙂

  2. Die Botschaft und die Konsulate der Bundesrepublik Deutschland in Brasilien preisen und loben die Berichte der zwei deutschen jungen Damen. Warum ? Nein, dazu hier keine Analyse. Was Deutschlands Diplomaten und NROs in Brasilien vollziehen kann einer welcher nach dem Trinken von Caipirinha noch nuechtern ist, selbst erlesen: Suche web site FUNDACAO KONRAD ADENAUER RIO, dann analysiere die „publicacao“ Titel: „Conferencia Seguranca Forte Copacabana 2010“ ( in deutscher und portugiesischer Sprache). (Auch die anderen von 2011 und 2012 sind interessant – teilweise sogar in englischer Sprache, damit die der USA alles verstehen!). Also 2010 ist interessant: Die USA wollte in Sept. 2010 die Ausdehnung der NATO in den Suedatlantik (plan: „cut the Atlantic-divide“).. Der damalige Verteidigungsminister Brasiliens, Nelson Jobim, ehemaliger Bundesrichter und konservativ eingestellt, schlug sofort Alarm. So sandte die USA ihren Deutschen in die deutsche CDU Parteistiftung “ Fundacao Konrad Adenauer‘ in Rio. General Klaus Naumann erklaerte: „Die USA braucht uns in Europa als Partner fuer ihre Rolle in the Welt!“ Der Brasillianer Jobim entgegnete: „Wir sind nicht Partner der USA fuer ihre Rolle in der Welt! Nur Suedamerikaner sind fuer die Verteidigung unseres Subkontinentes verwantwortlich – und wir brauchen eine ABSCHRECKUNGSMACHT gegen Bedrohungen von auserhalb unserer REGION! Europa wird auch in den naechsten 30 Jahre keine unabhaengige Ausenpolitik ausfuehren!“ —– Die BRD Botschaften in allen Nationen Suedamerika vollziehen heute die geopolitischen Eingriffe fuer die USA (sieh BND Ellner in Paraguay!)weil die USA Botschaften nach den „wikileaks“ sehr still geworden sind…. Alle deutsche Parteistiftungen, werden von der Bundesregierung finanziert werden und befassen sich mit Einmischung in Brasilien: Friedrich Naumann St. hilft den Ultra-Rechten, Friedrich Ebert S. infiltriert die Sozialdemokraten und Gewerkschaften damit sie nach „rechts“ schwenken. Heinrich Boell S. behindert die nationalen Entwicklungsprojekte und die Landwirtschaft, Rosa Luxemburg St. ist nur scheinbar „links“ sondern eine „false flag op“ und organisiert extreme Linke und Anarchisten gegen die „Mitte-Links“ Regierung, die Halbstaatlichen Unternehmen und Sicherheitsorgane. Hunderte deutsche NROs sind in Brasilien und in Deutschland an dem selben geopolitischen Ziel aktiv: Die Destablisierung der „Mitte-Links“ Regierung Brasiliens, und Spannungen zwischen Rassen und sozialen Schichten. Dabei ist die deutsche Wirtschaft mit 1,600 Filalen in Brasilien nicht beteiligt, sondern ein Opfer „collateral damage“. Aber die BRD Botschaften sind nicht unter der Kontrolle des BRD Wirtschaftsministeriums… Nun brauchst noch mal einen Caipirinha!

Du willst mitdiskutieren? Dann los!