Zu Besuch im Konsulat und Mittagspause am Meer

Neuer_Arbeitsplatz

Wie ihr wisst, lieben wir unseren Schrank als Arbeitsplatz. Aber: Er ist ein bisschen klein, um sich zum (Favela-)Filmschneiden hineinzusetzen. Und der Internetempfang in unserem Zimmer ist seit über einer Woche chronisch gestört. Unsere brasilianische Familie ist nicht so internetfixiert wie wir (und wesentlich geduldiger), deshalb empfahlen sie uns: „Wartet doch einfach noch ein paar Tage, irgendwann wird es sicher wieder besser.“ Für uns unmöglich!

Daher brauchten wir einen neuen Arbeitsplatz. Den haben wir gefunden: In einem Kulturhaus-Café mit W-Lan, womit wir das „Ich mache was mit Medien und deshalb sitze ich ständig im Café und schlürfe Milchkaffee“-Klisché natürlich voll erfüllen. Aber was wirklich cool ist: Unser Arbeitscafé liegt direkt am Strand. Wie dumm waren wir eigentlich bisher, dass wir nie auf die Idee gekommen sind, dort zu arbeiten? Ok, der Kaffee kostet mehr als zu Hause, aber dafür können wir jetzt in der Mittagspause Kokosnüsse am Meer schlürfen.

In der Mittagspause trinken wir Kokosnüsse

In der Mittagspause trinken wir neuerdings Kokosnüsse

Und sonst so? Der stellvertretende deutsche Botschafter Tarmo Dix hat uns zu sich ins Generalkonsulat eingeladen, weil er etwas über unser Projekt erfahren wollte. Wir haben mit ihm über Deutschland, Brasilien und die Arbeit als Crowdspondent gesprochen. Spannend! Von außen sieht die Botschaft aber so sehr nach deutscher Behörde aus, dass wir vergessen haben, ein Foto für euch zu machen. Gestern Abend waren wir auf einer kleinen großen Party, auf der wir festgestellt haben, dass es hier in Rio schon eine relativ große deutsche Community gibt, die sich aus Mitarbeitern von verschiedenen politischen und universitären Stiftungen, kulturellen Institutionen und deutschen Medien zusammensetzt. Es war ganz schön, dort einmal hineinzuschnuppern, bevor wir uns Ende der Woche auf den Weg nach Sao Paulo machen werden. Bisher haben wir ja in Rio hauptsächlich mit Brasilianern zu tun gehabt, von denen können wir schließlich am meisten über das Land lernen. Da wir die Leute auf der Party unbedingt auf Crowdspondent aufmerksam machen wollten, aber keine Visitenkarten hatten, haben wir mit Kugelschreiber und Spiralblock schnell noch was gebastelt:

Unsere neuen Visitenkarten

Unsere neuen Visitenkarten

Ansonsten sammeln wir immer noch fleißig Informationen zum brasilianischen Schulsystem und unser Favela-Film (wir haben so unfassbar viel Material!) klaut uns ziemlich viel Zeit.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Lieber Anonymous, vielen Dank für deine Anmerkung. Wir haben sie ernst genommen und verwenden jetzt die Formulierung „große Party.“ 😉

  1. Schonmal ueber Crowdsourcing nachgedacht? z.B. koenntet Ihr das schneiden Eures Favela Films in die Crowd outsourcen.

  2. Hallo Bernd,

    interessanter Gedanke, den wir tatsächlich noch gar nicht hatten. Für diesmal ist es vermutlich schon zu spät (und das Uploaden des gesamten Materials würde ewig dauern). Aber gute Idee, vielleicht testen wir das beim nächsten Mal. Hast du Erfahrungen mit Crowdcutting gemacht?

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